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Trefferprotokoll · Schweiz · de-CH

Quellenstand 05.09.2026

Trefferbild SchweizArmbrustsport, Präzision und Vereinskultur
Rubriken

Technik & Ausrüstung

Materialkontrolle und Pflege

Regelmässige Kontrolle bedeutet beobachten, dokumentieren und bei Abweichungen rechtzeitig eine Fachperson beiziehen.

Ringscheiben, geschlossene Schieblehre und leere Prüfliste
KI-generierte Illustration. Generische Sportszene, kein dokumentierter Ort oder Anlass.

Von · · Quellenstände siehe Quellenverzeichnis

Prüfweg nach Quelle, Zeitpunkt und Entscheidungsgrenze
ZeitpunktBeobachtbarer PrüfpunktEntscheidungsgrenze
Vor der NutzungFestsitz sichtbarer Schrauben, besonders Diopter, Kornträger und Bogen; saubere Kontaktflächen an Schlitten und BolzenKeine Nachjustierung ohne Modellunterlage und zuständige Fachperson
Bei elektronischem AbzugBatteriespannung unter Belastung wiederholt prüfen; ein einzelner Test kann laut EASV-Pflegeblatt nicht aussagekräftig seinNur nach Geräteunterlage; keine elektrische Eigenreparatur
Nach Unterbruch / TransportBolzenbahn abdecken, Feuchte- und Temperatureinwirkung sowie neue Spuren dokumentierenBei Abweichung sperren statt durch Pflege zu kaschieren
Vor dem WettkampfRegelbezogene Masse und Zubehör gemäss aktueller Kontrollliste bereitstellenPrivate Checkliste ersetzt die formelle Materialkontrolle nicht
Bei Abzugs- oder HalteklinkenfrageÜberschneidung, Geometrie und Abnützung sind sicherheitsrelevantEASV-Pflegeblatt weist diese Kontrolle ausdrücklich dem Fachmann zu; Spannhebel und Bolzen zum Service mitgeben

Das EASV-Pflegeblatt zeigt kein Ausgabedatum. Seine Punkte dienen als Prüffragen und werden nur zusammen mit der aktuellen Modellunterlage verwendet.

Pflege beginnt im sicheren Zustand

Kontrolle und Pflege finden nur in einem dafür vorgesehenen Umfeld statt. Das Sportgerät wird gemäss den geltenden Abläufen gesichert, und der Arbeitsbereich bleibt frei von unnötigen Personen und Gegenständen. Wer den sicheren Ausgangszustand nicht eindeutig herstellen kann, stoppt und fragt die zuständige Leitung oder eine qualifizierte Fachperson.

Online-Texte kennen weder das konkrete Modell noch seinen Zustand und können keine Freigabe erteilen. Herstellerunterlagen, passendes Reglement und lokale Sicherheitsvorgaben bilden zusammen den Rahmen. Fehlt eines dieser Elemente, ist Zurückhaltung eine sachliche Entscheidung und kein verlorener Trainingstag.

Sichtprüfung mit System

Eine wiederholbare Sichtprüfung folgt derselben Reihenfolge. Äussere Oberflächen, erkennbare Verbindungen, Bedienelemente und zugängliche Zubehörteile werden auf Veränderungen untersucht. Gesucht werden nicht nur deutliche Schäden, sondern auch Lockerungen, ungewöhnlicher Abrieb, Verformungen oder Spuren, die gegenüber dem letzten kontrollierten Zustand neu sind.

Das Ziel ist Beobachtung, nicht Ferndiagnose. Ein Eintrag mit Datum, Anlass und genauer Stelle ist nützlicher als eine Vermutung zur Ursache. Fotos können die Dokumentation ergänzen, sofern keine Personen oder vertraulichen Angaben erfasst werden. Auffälliges Material wird gekennzeichnet und bis zur fachlichen Beurteilung nicht weiter eingesetzt.

Was das EASV-Pflegeblatt konkret prüft

Das auf der EASV-Domain bereitgestellte Pflegeblatt nennt sichtbare Prüfpunkte: den Festsitz von Schrauben insbesondere an Diopter, Kornträger und Bogen, saubere Kontaktflächen von Schlitten und Bolzen sowie Schutz der Bolzenbahn bei Unterbrüchen und vor extremer Witterung. Bei elektronischen Abzugssystemen soll die Batteriespannung unter Belastung wiederholt geprüft werden, weil ein einzelner Test laut Dokument nicht aussagekräftig ist. Diese Liste schafft mehr Informationswert als die pauschale Aufforderung, «alles zu kontrollieren».

Gleichzeitig fehlt im Dokument ein sichtbares Ausgabedatum und ein klarer Modellbereich. Schmierung, Reinigung und Lagerbedingungen werden deshalb nicht blind übertragen, sondern gegen die Anleitung des tatsächlich verwendeten Geräts geprüft. Besonders deutlich ist die Fachgrenze: Eingriffsverhältnisse der Klinken im Abzugssystem, Überschneidungsgeometrie und Abnützung der Rasten sollen regelmässig durch einen Fachmann kontrolliert werden; Spannhebel und Bolzen gehören laut Blatt mit in den Service.

Materialkontrolle im Regelwerk

Die IAU-Ausgabe April 2025 enthält eine eigene Kontrollkarte für Matcharmbrust und Ausrüstung. Sie dokumentiert unter anderem Fabrikat oder Gerätenummer, Visierlinie, Korntunnel, Sehne, Schaftkappe und die distanzabhängigen Bolzenmasse; für 10 m kommt das Maximalgewicht von 6,75 kg hinzu. Das zeigt, welche Angaben vor einem Anlass auffindbar und messbar sein müssen. Eine Checkliste sollte Quelle und Ausgabe direkt neben jedem Grenzwert führen.

WCSA Book 3 verfolgt für seine Target-Familie einen anderen Kontrollrahmen. Vor einem sanktionierten Anlass prüfen Judges Armbrust, Bolzen, Bekleidung und Zubehör; ein unsicheres oder nicht konformes Teil wird nicht zugelassen. Bei der kontrollierten Vorführung können insbesondere Halteklinke und Bolzenhalter geprüft werden. Der praktische Schluss ist nicht, beide Listen zusammenzumischen, sondern zuerst die Regelfamilie zu bestimmen und erst danach die zugehörige Kontrolle vorzubereiten.

Reinigung ohne Improvisation

Reinigung folgt den Unterlagen des Herstellers und den Vorgaben der verantwortlichen Organisation. Ungeeignete Mittel können Oberflächen oder Komponenten beeinträchtigen. Deshalb werden weder aggressive Produkte noch improvisierte Werkzeuge eingesetzt, nur weil sie verfügbar sind. Weniger ist oft besser, wenn Methode oder Verträglichkeit unklar sind.

Nach der Reinigung gehört eine Kontrolle dazu: Ist alles trocken, unverändert und korrekt verstaut? Wurden Hilfsmittel vollständig entfernt? Eine ruhige Abschlussroutine verhindert Überraschungen beim nächsten Einsatz. Was geöffnet, verstellt oder demontiert werden müsste, überschreitet häufig die Grenze zwischen normaler Pflege und Facharbeit.

Dokumentation schafft Vergleichbarkeit

Ein Materialprotokoll muss nicht aufwendig sein. Datum, Einsatz, beobachtete Abweichung, getroffene Massnahme und verantwortliche Rolle reichen oft aus. Wiederkehrende Einträge machen Muster sichtbar und helfen, Wartungsintervalle nicht aus dem Gedächtnis zu schätzen. Bei gemeinsam genutztem Material verbessert das Protokoll den Informationsübergang.

Die Einträge sollten beschreiben, nicht beschönigen. Formulierungen wie «sichtbare Spur an Stelle X» sind belastbarer als «wahrscheinlich harmlos». Wurde eine Fachstelle beigezogen, werden Ergebnis und Freigabe nachvollziehbar festgehalten. Persönliche Daten gehören nur hinein, wenn sie nötig und organisatorisch geschützt sind.

Wann Facharbeit nötig ist

Ungewohnte Funktion, Beschädigung, Verformung oder ein nicht erklärbares Geräusch sind Stoppsignale. Arbeiten an sicherheitsrelevanten oder unter Spannung stehenden Teilen gehören nicht in eine allgemeine Pflegeanleitung. Fachliche Prüfung ist auch dann richtig, wenn die Ursache klein erscheint, aber der sichere Zustand nicht bestätigt werden kann.

Eigenmächtige Änderungen können Sicherheit und Regelkonformität betreffen. Selbst eine technisch mögliche Anpassung kann im Wettkampf unzulässig sein. Änderungswünsche werden zuerst mit Fachpersonen und anhand aktueller Dokumente geklärt. Trefferbild Schweiz veröffentlicht keine Schritt-für-Schritt-Anleitungen für solche Eingriffe.

Lagerung und Transport mitdenken

Material wird trocken, geschützt und so gelagert, dass Unbefugte keinen Zugriff haben. Für Transport und Aufbewahrung können rechtliche oder lokale Vorgaben gelten. Eine neutrale Hülle ersetzt keine Kenntnis der Regeln, und ein früherer Erfahrungswert ist keine verlässliche Auskunft für eine neue Situation.

Vor Reisen werden die aktuellen Vorgaben bei offiziellen Stellen geprüft. Die fedpol-Informationsseite führt zum geltenden Bundesrecht und zu kantonalen Fachstellen, trifft aber keine automatische Einzelfallentscheidung. Im Zweifel wird der konkrete Sachverhalt mit der zuständigen Behörde geklärt.

Kontrollrhythmus aus Quellen ableiten

Ein allgemeingültiges Wartungsintervall lässt sich nicht seriös aus einer Magazinseite ableiten. Nutzungshäufigkeit, Bauart, Herstellerangaben und Regeln des jeweiligen Sportkontexts können zu unterschiedlichen Anforderungen führen. Der verantwortungsvolle Weg verbindet deshalb die Dokumentation des Herstellers mit den aktuellen Kontrollvorgaben der zuständigen Organisation. Bei gemeinsamem Material kommt der interne Übergabeprozess hinzu.

Der Rhythmus sollte schriftlich sichtbar sein. Eine Liste mit letzter Kontrolle, nächstem vorgesehenem Termin und offenem Befund hilft mehr als ein Aufkleber ohne Bedeutung. Wird das Material besonders beansprucht, transportiert oder längere Zeit nicht genutzt, kann eine zusätzliche Prüfung sinnvoll sein. Die Entscheidung trifft die dafür verantwortliche Person anhand des realen Zustands und der geltenden Unterlagen.

Nach einer Auffälligkeit beginnt kein normales Intervall einfach von vorn. Zuerst werden Ursache, Massnahme und fachliche Freigabe dokumentiert. Danach lässt sich entscheiden, ob der bisherige Prüfplan noch passt. Dieses Vorgehen vermeidet zwei Extreme: unnötige Eingriffe aus Unsicherheit und sorgloses Weiterverwenden allein deshalb, weil ein Kalendereintrag noch nicht fällig wäre.

Vor einem Wettkampf kommt die formelle Materialkontrolle des jeweiligen Reglements hinzu. Sie ersetzt die laufende Pflege nicht, sondern prüft einen definierten Zustand im festgelegten sportlichen Rahmen. Wer Dokumente vorbereitet, sollte Ausgaben und Prüfdatum zusammenhalten. Wird eine neue Regelversion veröffentlicht, müssen betroffene Checklisten überprüft werden. Alte Grenzwerte oder Bezeichnungen dürfen nicht allein aus Gewohnheit weitergeführt werden. Auch hier gilt: Die offizielle Stelle entscheidet über die Zulässigkeit, nicht das private Protokoll. Nach der Kontrolle werden Unterlagen geordnet aufbewahrt, damit der nächste Prüfweg nicht bei null beginnt. Verantwortliche Änderungen erhalten immer ein Datum und eine nachvollziehbare Begründung.

Primärquellen

IAU Match-Regelwerk 2025

S13

Herausgeber: Internationale Armbrustschützen Union

Rahmen: Definitionen und Rahmen für 10 m und 30 m Match

Prüfstand: Ausgabe April 2025, am 04.09.2026 geprüft

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EASV Armbrustpflege

S24

Herausgeber: Eidgenössischer Armbrustschützenverband

Rahmen: Technische Prüfpunkte und ausdrücklich dem Fachmann zugewiesene Kontrolle des Abzugssystems

Prüfstand: Dokument ohne sichtbare Ausgabe; URL und Inhalt am 04.09.2026 geprüft

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WCSA Book 3: Sicherheit und Ausrüstung

S27

Herausgeber: World Crossbow Shooting Association

Rahmen: WCSA-Sicherheitsabläufe und technische Grenzen für Target Crossbow; nicht mit IAU Match gleichsetzen

Prüfstand: Ausgabe Januar 2026, am 04.09.2026 geprüft

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Waffen und Munition

S18

Herausgeber: Bundesamt für Polizei fedpol

Rahmen: Einstieg zu geltendem Bundesrecht und kantonalen Fachstellen; keine Einzelfallauskunft

Prüfstand: Am 04.09.2026 geprüft

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