Von Redaktion Trefferbild Schweiz · · Quellenstände siehe Quellenverzeichnis
| Prüfpunkt | IAU Match, April 2025 | WCSA Target, Januar 2026 |
|---|---|---|
| Geltungsbereich | Matcharmbrust 10 m und 30 m | Target Crossbow für Target-, Forest-, Bushland- und 3D-Runden |
| Visier | Visierlinie maximal 760 mm; Korntunnel maximal 75 mm | Visierlinie maximal 720 mm; Korntunnel maximal 60 mm |
| Bogen / Sehne | Ungespannte Sehne maximal 630 mm | Bespannter Bogen maximal 900 mm plus 10 mm Toleranz; Auszugsgewicht maximal 41 kg plus 1 kg Toleranz |
| Gewicht | 10 m: maximal 6,75 kg inklusive Zubehör | Target Crossbow: maximal 10 kg inklusive Zubehör |
| Nicht erlaubt | Zielfernrohr, Laser und elektronische Lichtverstärkung | Compoundbogen, vergrösserndes Visier, Laser und elektronische, pneumatische oder hydraulische Abzüge |
| Bolzen | 10 m: Zylinder 4,5 mm und mindestens 10 mm; 30 m: 6,0 mm und mindestens 15 mm | Eigene Spezifikation in WCSA Book 3, Abschnitt 37; nicht aus IAU-Werten ableiten |
Diese Werte sind ein Quellenvergleich, keine Zulassung. Für einen Schweizer Anlass gelten die aktuelle Wettkampfseite, das dort verlinkte Reglement und die Ausschreibung.
Zuerst den Sportkontext klären
Der Begriff Sportarmbrust umfasst unterschiedliche Regelwelten. Matchformate auf 10 m und 30 m werden in anderen Dokumenten beschrieben als internationale Target-, Indoor- oder Field-Formate. Deshalb kann eine allgemeine Empfehlung am Bedarf vorbeigehen. Vor jeder Materialfrage stehen Distanz, Format, Trainingsort und die Regeln der zuständigen Organisation.
Für Neulinge ist ein begleitetes Probetraining der sinnvollste Informationsweg. Dort lässt sich erleben, wie Stand, Aufsicht und Material zusammenwirken, ohne vorschnell eine persönliche Ausstattung festzulegen. Eine qualifizierte Leitung erkennt zudem, welche Fragen sicherheitsrelevant sind und welche Anpassungen nur von einer Fachperson vorgenommen werden sollten.
Match ist nicht gleich Target
Die Ausgabe April 2025 der IAU setzt für Matcharmbrüste auf 10 m und 30 m eine maximale Visierlinie von 760 mm, einen Korntunnel von höchstens 75 mm und eine ungespannte Sehnenlänge von höchstens 630 mm. Zielfernrohre, Laser und elektronische Lichtverstärkung sind ausgeschlossen. Für 10 m nennt sie zusätzlich 6,75 kg als Maximalgewicht inklusive Zubehör und verbietet einen Schaftkappenhaken. Bei den Bolzen unterscheiden sich die Zylindermasse: 4,5 mm Durchmesser und mindestens 10 mm Länge für 10 m, 6,0 mm und mindestens 15 mm für 30 m.
WCSA Target Crossbow ist eine andere Familie. Book 3 vom Januar 2026 verlangt einen waagrecht und rechtwinklig zur Bolzenbahn montierten Bogen, begrenzt den bespannten Bogen auf 900 mm plus 10 mm Toleranz, das Auszugsgewicht auf 41 kg plus 1 kg und die Visierlinie auf 720 mm. Das Gesamtgewicht mit Zubehör darf dort 10 kg erreichen. Compoundbogen, vergrössernde Visiere und Laser sind ausgeschlossen. Eine Verkaufsbezeichnung wie «Target» oder «Match» genügt deshalb nie als Kompatibilitätsbeleg.
Passung ist mehr als Körpergrösse
Passung beschreibt, ob sich ein stabiler und entspannter Ablauf wiederholen lässt. Dazu gehören erreichbare Bedienelemente, eine nachvollziehbare Position und die Möglichkeit, Anweisungen sicher umzusetzen. Eine Lösung für eine erfahrene Person ist nicht automatisch für Einsteigende oder Jugendliche geeignet. Beobachtung unter Betreuung ist aussagekräftiger als eine isolierte Massangabe.
Hilfreich ist ein kurzes Protokoll: Welche Disziplin wurde getestet, unter welchen Bedingungen, mit welcher Betreuung und welche Schwierigkeiten traten wiederholt auf? Solche Notizen bilden ein Anforderungsprofil, ohne medizinische oder technische Diagnosen vorzutäuschen. Beschwerden, Unsicherheit oder Kontrollverlust sind Gründe für eine Pause und fachliche Abklärung.
System statt Einzelteil
Ausrüstung funktioniert als abgestimmtes System. Sportgerät, zugelassene Komponenten, persönliche Hilfsmittel, Transport und Einrichtung am Stand müssen zusammenpassen. Ein beworbenes Einzelteil löst kein Problem, wenn Regelstatus, Kompatibilität oder sichere Handhabung ungeklärt bleiben. Darum beginnt jede Auswahl mit Anforderungen und Ausschlusskriterien.
Zu den Ausschlusskriterien zählen unbekannte Herkunft, sichtbare Schäden, fehlende Unterlagen und unklare Zuständigkeit für Wartung. Gebrauchtmaterial kann sinnvoll sein, verlangt aber eine nachvollziehbare Prüfung. Preis oder äusserer Zustand allein sagen wenig darüber aus, ob ein Gegenstand zugelassen und technisch verlässlich ist.
Regelkonformität in vier Schritten prüfen
Die frühere EASV-Sammelseite für Reglemente verweist am 04.09.2026 darauf, dass es keine zentrale Sammlung mehr gibt. Für Schweizer Wettkämpfe führt der belastbare Weg deshalb zuerst zur konkreten Wettkampfseite. Dort werden das aktuelle Reglement oder die Ausführungsbestimmungen gesucht, danach die Ausschreibung des Anlasses. Erst als vierte Ebene folgt bei internationalem Bezug das passende IAU- oder WCSA-Dokument.
Notiere bei jeder Prüfung Herausgeber, Dokumenttitel, Ausgabe, Fundstelle und Abrufdatum. Markiere zusätzlich, ob eine Zahl aus der Schweizer Ausschreibung, aus IAU Match oder aus WCSA Target stammt. Wenn sich Quellen widersprechen oder der Geltungsbereich unklar bleibt, entscheidet die zuständige Organisation. Diese vierstufige Dokumentation verhindert, dass ein technisch plausibles Teil allein wegen eines Werts aus der falschen Regelfamilie gekauft wird.
Leihen, testen, dann entscheiden
Leihmaterial kann den Einstieg erleichtern, sofern Angebot, Aufsicht und Zustand vor Ort geklärt sind. Mehrere begleitete Einheiten zeigen, ob die erste Einschätzung auch bei normalem Trainingsrhythmus trägt. Dabei sollte nicht möglichst viel verändert werden. Konstante Bedingungen machen Beobachtungen vergleichbar und geben der Leitung eine bessere Grundlage.
Vor einer Anschaffung lohnt eine Checkliste: Disziplin, regelkonforme Klasse, sichere Passung, verfügbare Wartung, Transport und Budget für Kontrollen. Markenranglisten ersetzen diese Arbeit nicht. Trefferbild Schweiz nennt bewusst keine individuellen Produkte, weil eine Entscheidung vom realen Kontext und von aktueller fachlicher Prüfung abhängt.
Ein verantwortungsvoller nächster Schritt
Suche eine offizielle Anlaufstelle für die gewünschte Disziplin und vereinbare einen begleiteten Einblick. Bringe Fragen mit, aber keine Erwartung an ein bestimmtes Modell. Lass dir erklären, welches Regelwerk gilt, wie Materialkontrollen organisiert sind und wer bei technischen Zweifeln zuständig ist. So entsteht Orientierung aus überprüfbaren Rahmenbedingungen.
Eine gute Einstiegsausrüstung ist eine regelkonforme, kontrollierte und passend betreute Lösung. Sie unterstützt einen ruhigen Lernprozess und lässt Zuständigkeiten klar. Sobald Schäden, Umbauwünsche oder rechtliche Fragen auftauchen, endet die Reichweite eines allgemeinen Ratgebers.
Lebensdauer und Folgekosten einplanen
Der Anschaffungspreis beschreibt nur einen Teil des Aufwands. Kontrollen, fachgerechte Wartung, Transport, Aufbewahrung und mögliche Verschleissteile gehören ebenfalls zum Anforderungsprofil. Statt feste Beträge aus fremden Situationen zu übernehmen, ist es sinnvoll, diese Positionen bei einer zuständigen Fachstelle für den konkreten Einsatz abzufragen. So bleibt der Vergleich realistisch und überprüfbar.
Auch die Verfügbarkeit von Service zählt. Ein regelkonformes System nützt wenig, wenn bei einer Abweichung niemand eine qualifizierte Prüfung übernehmen kann. Vor einer Entscheidung sollte geklärt sein, welche Unterlagen mitgeliefert werden, wer den Zustand dokumentiert und wie eine spätere Kontrolle organisiert ist. Mündliche Zusagen werden am besten durch eindeutige, aktuelle Angaben ergänzt.
Für Jugendliche oder wachsende Einsteigende kann sich die Passung verändern. Daraus folgt keine automatische Umbauempfehlung, sondern ein Anlass für eine erneute betreute Beurteilung. Regelmässige kurze Standortbestimmungen sind verlässlicher als eine Ausstattung, die einmal als passend galt und danach nie mehr geprüft wird. Gute Planung hält deshalb Raum für Lernen, Kontrolle und fachliche Rückfragen frei.
Zum vollständigen Vergleich gehört ausserdem die Frage, wie das Material sicher zum Trainingsort gelangt und wo es aufbewahrt wird. Diese Anforderungen können die Wahl stärker beeinflussen als eine einzelne technische Eigenschaft. Rechtliche Fragen werden vorab mit der zuständigen kantonalen Stelle geklärt. Wer mehrere Optionen prüft, sollte dieselbe Checkliste verwenden und offene Punkte sichtbar lassen, statt fehlende Angaben günstig zu interpretieren. Eine datierte Entscheidungshilfe lässt sich später leichter erneut prüfen.
Primärquellen
EASV Reglemente-Wege
S10Herausgeber: Eidgenössischer Armbrustschützenverband
Rahmen: Wegweiser: Wettkampfreglemente liegen neu bei den einzelnen Wettkämpfen, weitere Dokumente unter Verband oder Service
Prüfstand: Weiterleitung und Seitenhinweis am 04.09.2026 geprüft
IAU Match-Regelwerk 2025
S13Herausgeber: Internationale Armbrustschützen Union
Rahmen: Definitionen und Rahmen für 10 m und 30 m Match
Prüfstand: Ausgabe April 2025, am 04.09.2026 geprüft
WCSA Book 3: Sicherheit und Ausrüstung
S27Herausgeber: World Crossbow Shooting Association
Rahmen: WCSA-Sicherheitsabläufe und technische Grenzen für Target Crossbow; nicht mit IAU Match gleichsetzen
Prüfstand: Ausgabe Januar 2026, am 04.09.2026 geprüft
