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Trefferprotokoll · Schweiz · de-CH

Quellenstand 05.09.2026

Trefferbild SchweizArmbrustsport, Präzision und Vereinskultur
Rubriken

Sicherheit & Verantwortung

Sicher im Armbrustsport

Sicherheit entsteht aus klaren Rollen, einem kontrollierten Umfeld und der Bereitschaft, bei Unklarheit sofort zu unterbrechen.

Geschlossener Materialkoffer mit leerer Kontrollkarte und Handschuhen
KI-generierte Illustration. Generische Sportszene, kein dokumentierter Ort oder Anlass.

Von · · Quellenstände siehe Quellenverzeichnis

Sicherheitslogik mit Geltungsbereich und geprüftem Stand
QuelleKonkreter AuslöserGeforderte Reaktion
IAU Match, April 2025Bolzen noch nicht von der Scheibe entferntArmbrust noch nicht spannen; Bolzen nur in Richtung Ziel einsetzen
IAU Match, April 2025Defekt an Armbrust oder BolzenSofort stoppen und Judges informieren; sie entscheiden über die Anerkennung
WCSA Book 3, Januar 2026Stoppsignal der Schiessleitung oder JudgesArmbrust sofort senken, Bolzen entfernen und entspannen
WCSA Book 3, Januar 2026Defekt während einer PasseSofort unterbrechen und Judges verständigen; Sicherungsmassnahmen gemäss Abschnitt 35.13 und Wettkampfform
J+S Leitfaden, geprüft 04.09.2026J+S-Aktivität mit Kindern oder JugendlichenLeitende verantworten sportartspezifische Durchführung, Sicherheit und Kursdokumentation; Verantwortung nicht an Teilnehmende delegieren

Lokale Standordnung und aktuelle Schweizer Wettkampfunterlagen bleiben zusätzlich verbindlich. Das EASV-Plakat zitiert den Stand 2012-01 und ist nur als historisch datierter Hinweis eingeordnet.

Verantwortung ist organisiert

Ein sicherer Trainingsbetrieb beruht nicht auf stillen Annahmen. Vor Beginn ist geklärt, wer leitet, wer den Stand freigibt, welche Signale gelten und an wen sich Teilnehmende bei einer Unsicherheit wenden. Diese Rollen werden verständlich erklärt und bleiben während der Einheit erkennbar. Neue Personen erhalten die Einführung, bevor Leistung oder Tempo eine Rolle spielen.

Der am 04.09.2026 geprüfte J+S-Leitfaden macht die Zuständigkeit konkret: Leitende führen Kurse gemäss den sportartspezifischen Anforderungen durch, wahren die Sicherheit der anvertrauten Kinder und Jugendlichen und führen die notwendige Dokumentation. Die Verantwortung für Sicherheit und inhaltliche Gestaltung liegt bei den Leitenden und kann nicht einfach an Teilnehmende delegiert werden. Diese Vorgabe ersetzt keine Armbrustregel, legt aber fest, wer sie in einem J+S-Angebot umsetzen und dokumentieren muss.

Drei Auslöser, drei klare Reaktionen

Die IAU-Matchregeln April 2025 nennen eine eindeutige Reihenfolge: Eine Armbrust darf erst gespannt werden, nachdem der Bolzen von der Scheibe entfernt wurde. Der Bolzen wird in Richtung Ziel eingesetzt, nicht auf einer Spannhilfe. Tritt ein Defekt an Armbrust oder Bolzen auf, stoppt die schiessende Person sofort und informiert die Judges, die über den Defekt entscheiden. Das sind prüfbare Handlungen und keine allgemeine Mahnung zur Vorsicht.

WCSA Book 3 vom Januar 2026 bindet bei Outdoor- und Indoor-Target-Wettkämpfen Spannen, Laden, Anheben und Zielen an das Schiesssignal. Beim Stoppsignal werden Armbrüste sofort gesenkt, Bolzen entfernt und das System entspannt. Bei einem Defekt wird sofort unterbrochen und die zuständige Wettkampfaufsicht verständigt. Die weiteren Sicherungsmassnahmen richten sich nach Abschnitt 35.13; dieser unterscheidet Target-Wettkämpfe von Forest-, Bushland- und 3D-Runden. Bei einem nicht sicher zu behebenden Zustand wird nicht improvisiert. Dieser Regeltext ersetzt keine aktuelle lokale Standordnung.

Ein historisch datierter EASV-Hinweis

Das heute auf der EASV-Domain abrufbare Sicherheitsplakat nennt als Quelle einen Auszug aus dem Schiess- und Festreglement 2012-01 und trägt den Stand März 2012. Es zeigt den Zyklus Schiessen, Bolzen entfernen, Spannen und betont, dass erst nach Entfernen des Bolzens von der Scheibe wieder gespannt wird. Für betreute Schiessende nennt es zudem die Finger ausserhalb des Abzugbügels als Voraussetzung zum Auflegen des Bolzens.

Gerade der sichtbare alte Regelstand ist eine wichtige Informationsgrenze. Das Plakat illustriert ein Sicherheitsprinzip, ist aber keine aktuelle Gesamtausgabe. Vor einem heutigen Anlass werden die aktuelle Wettkampfseite, die dort verlinkten Dokumente und die lokale Standordnung geprüft. Wo eine neuere Regel abweicht oder präziser ist, gilt die aktuelle zuständige Quelle.

Der Stand bestimmt den Ablauf

Jeder Schiessstand besitzt Regeln für Bewegungsräume, Material, Kommandos und Unterbrüche. Sie werden vor dem ersten Ablauf gelesen und erklärt. Persönliche Gewohnheiten gelten nur, wenn sie mit der örtlichen Ordnung übereinstimmen. Besonders an einem neuen Ort ist die Frage «Wie läuft es hier?» ein Zeichen von Sorgfalt.

Während des Betriebs bleibt Aufmerksamkeit bei der verantwortlichen Leitung und den vereinbarten Signalen. Ablenkungen, unklare Bewegungen oder Personen im falschen Bereich führen zum sofortigen Stopp. Erst nach eindeutiger Freigabe wird fortgesetzt. Diese Logik macht Sicherheit überprüfbar und verhindert, dass Gruppendruck eine Unsicherheit übergeht.

Materialstatus sichtbar halten

Vor der Nutzung wird geprüft, ob das Material kontrolliert, vollständig und für den aktuellen Kontext freigegeben ist. Sichtbare Schäden, ungewohnte Funktion oder fehlende Dokumentation werden gemeldet. Niemand muss eine technische Ursache bestimmen, um einen Unterbruch auszulösen. Die Beobachtung genügt, bis eine zuständige Fachperson Klarheit schafft.

Gemeinsam genutztes Material braucht einen nachvollziehbaren Übergang. Ein Protokoll verhindert, dass ein Hinweis zwischen Trainingsgruppen verloren geht. Kennzeichnungen müssen eindeutig sein und dürfen nicht durch eine informelle mündliche Entwarnung aufgehoben werden. Freigabe und Reparatur gehören zu definierten Rollen.

Jugendliche und Einsteigende begleiten

Einführung wird an Alter, Erfahrung und Konzentrationsdauer angepasst. Kurze klare Anweisungen, ein sichtbares Beispiel und Rückfragen sind verlässlicher als eine lange Liste. Die begleitende Person beobachtet nicht nur die Ausführung, sondern auch Überforderung und Müdigkeit. Pausen sind Teil eines verantwortungsvollen Lernprozesses.

Für Nachwuchsangebote verweisen die offiziellen Schweizer Strukturen auf Ausbildungswege und Wettkämpfe im 10-m- und 30-m-Bereich. Konkrete Kurse, Voraussetzungen und Daten sind bei den zuständigen Organisationen zu prüfen. Trefferbild Schweiz nimmt keine Anmeldung entgegen und vermittelt keine lokale Teilnahme.

Rechtsfragen nicht vereinfachen

Aufbewahrung, Transport oder Nutzung können vom konkreten Gegenstand, Ort und Zweck abhängen. Pauschale Aussagen sind riskant. Die fedpol-Informationsseite führt zum geltenden Bundesrecht und nennt die Rolle kantonaler Fachstellen. Sie ist ein Startpunkt für Recherche, aber keine individuelle Freigabe für einen unbekannten Einzelfall.

Wer eine konkrete Rechtsfrage hat, beschreibt den Sachverhalt vollständig und wendet sich an die zuständige Behörde. Alte Forenbeiträge oder ausländische Regeln sind keine belastbare Grundlage. Bei grenzüberschreitenden Wegen müssen die Vorschriften aller betroffenen Staaten separat geklärt werden.

Eine Kultur des Unterbrechens

Sicherheit zeigt sich darin, wie eine Gruppe auf ein Stoppsignal reagiert. Ein Unterbruch wird sofort akzeptiert, ohne Rechtfertigungsdruck. Danach wird die Lage ruhig geklärt und erst bei eindeutiger Freigabe fortgesetzt. Wer eine Unsicherheit meldet, trägt zur Qualität bei. Diese Haltung muss von Leitenden sichtbar unterstützt werden.

Der Kern lässt sich knapp zusammenfassen: Rollen klären, lokale Regeln beachten, Materialstatus dokumentieren und Unklarheiten nicht improvisieren. Für technische, rechtliche oder medizinische Fragen werden qualifizierte Stellen beigezogen. So bleibt allgemeine Information nützlich, ohne eine Autorität vorzutäuschen, die nur vor Ort liegen kann.

Vorfall und Beinahe-Vorfall auswerten

Nach einem Vorfall steht zuerst die unmittelbare Sicherheit im Vordergrund. Der Betrieb bleibt unterbrochen, notwendige Hilfe wird organisiert und der betroffene Bereich wird nicht verändert, soweit dies sicher möglich ist. Zuständige Personen entscheiden über weitere Schritte. Eine redaktionelle Checkliste kann diese Grundhaltung beschreiben, aber keine lokale Notfallorganisation ersetzen.

Auch ein Beinahe-Vorfall verdient eine sachliche Auswertung. Notiert werden beobachtbarer Ablauf, Zeitpunkt, Umfeld und bereits getroffene Massnahmen, ohne Schuldzuweisung oder Spekulation. Diese Trennung erleichtert es, eine Regel, Kommunikation oder Materialkontrolle gezielt zu verbessern. Persönliche Angaben werden nur im notwendigen, geschützten organisatorischen Rahmen verarbeitet.

Die Erkenntnisse fliessen anschliessend in Einführung und Ablauf ein. Vielleicht braucht ein Signal eine klarere Erklärung, ein Materialstatus eine sichtbarere Kennzeichnung oder eine Rolle eine eindeutige Stellvertretung. Entscheidend ist, dass die Anpassung dokumentiert und bei der nächsten Einheit überprüft wird. Sicherheit bleibt damit ein lernender Prozess statt einer einmal abgehakten Belehrung.

Zur Vorbereitung gehört ein lokaler Notfallplan, den die verantwortlichen Personen kennen und praktisch anwenden können. Er klärt Alarmierung, Zugang für Hilfe, Zuständigkeiten und vorhandene Mittel. Telefonnummern oder Abläufe dürfen nicht ungeprüft aus einer fremden Vorlage übernommen werden. Der Plan wird am tatsächlichen Ort gepflegt, nach organisatorischen Änderungen kontrolliert und in angemessenen Abständen gemeinsam besprochen. Teilnehmende müssen wissen, welches Signal den Betrieb stoppt und an wen sie sich wenden. Neue Leitende erhalten diese Information ausdrücklich bei der Übergabe. Rückfragen vor Beginn sind ausdrücklich erwünscht und werden ruhig beantwortet.

Primärquellen

IAU Match-Regelwerk 2025

S13

Herausgeber: Internationale Armbrustschützen Union

Rahmen: Definitionen und Rahmen für 10 m und 30 m Match

Prüfstand: Ausgabe April 2025, am 04.09.2026 geprüft

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EASV Sicherheitsbestimmungen

S25

Herausgeber: Eidgenössischer Armbrustschützenverband

Rahmen: Sicherheitsplakat mit Auszug aus dem Schiess- und Festreglement 2012-01

Prüfstand: Historischer Regelstand März 2012, am 04.09.2026 auf der EASV-Domain geprüft; nicht als aktuelle Gesamtausgabe verwenden

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J+S Leitfaden für Coaches

S26

Herausgeber: Bundesamt für Sport BASPO / Jugend+Sport

Rahmen: Pflichten, Sicherheit, sportartspezifische Durchführung und Dokumentation in J+S-Angeboten

Prüfstand: Am 04.09.2026 geprüft

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WCSA Book 3: Sicherheit und Ausrüstung

S27

Herausgeber: World Crossbow Shooting Association

Rahmen: WCSA-Sicherheitsabläufe und technische Grenzen für Target Crossbow; nicht mit IAU Match gleichsetzen

Prüfstand: Ausgabe Januar 2026, am 04.09.2026 geprüft

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Waffen und Munition

S18

Herausgeber: Bundesamt für Polizei fedpol

Rahmen: Einstieg zu geltendem Bundesrecht und kantonalen Fachstellen; keine Einzelfallauskunft

Prüfstand: Am 04.09.2026 geprüft

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